„Das Schweigen beenden, für die Menschlichkeit handeln“

22. August 2014  Allgemein, Stadt Worms, Veranstaltungen

Am 21.8.2014 fand in Worms eine Mahnwache mit Kundgebung der Demokratischen Migranten für Solidarität statt. Deren Untertitel lautete „Gemeinsam gegen Menschenverachtung und Massaker an der Ezidisch-kurdischen Bevölkerung.“

Es waren ca. 50-60 Leute da, welche sich am Winzerbrunnen um die ausliegenden Banner und Kerzen versammelten, ständig kamen Leute dazu und gingen wieder.

In den vielen Redebeiträgen wurden unter anderem auch soziale Probleme aufgegriffen, so hat die Bevölkerung unter Armut, Hunger und Wohnungsnot zu leiden, verbunden mit einer Kritik an der EU und USA. In Bezug auf Deutschland wurde kritisiert, dass 29 Millionen Euro für die Friedensforschung ausgegeben werden, dem aber 30 Milliarden für Militärausgaben gegenüber stehen. Als eine Sache der Menschlichkeit wurde der Umgang mit Flüchtlingen angesehen und dabei kritisiert, dass diese Tag für Tag an den europäischen Grenzen sterben.

Ausdrücklich wurde die Solidarität mit allen Verfolgten ausgesprochen. Öfters wurde das Verhalten der türkischen Regierung bzw. der AKP kritisiert, da der Nachschub der IS (Islamischer Staat) über die Türkei verlaufe. Deutlich wurde gefordert, keine Waffen in die Region zu liefern, sondern sich stattdessen auf humanitäre Hilfe zu fokussieren.

 

 

Der Aufruftext:

Die Djihadisten der Gruppe »Islamischer Staat« (IS), die nach der Einnahme von Mossul und weiterer irakischer Städte im Juni ein bis nach Syrien reichendes Kalifat ausgerufen haben, begannen Anfang August mit einer neuen Offensive gegen kurdische Siedlungsgebiete in Südkurdistan/Nordirak. Tausende wurden massakriert, verschleppt oder vertrieben. Hunderttausende Eziden, Christen und Kurden sind auf der Flucht vor den brutalen mörderischen „Gotteskriegern“ des „Islamischen Staa­tes“ in die Sengal-Berge im Nordirak. Bei hohen Temperaturen mit wenig Wasser, Nahrung und Medikamenten droht vielen Menschen, ganz besonders den Kindern, der Tod, wenn nicht sofort humanitäre Hilfe geleistet wird.

Vor allem Angehörige der religiösen Minderheit der Eziden, deren Hauptsiedlungsgebiet Sengal ist, sind auf der Flucht. Die kriminellen ISIS-Banden wollen diese uransässige Kultur und Religion des Irak auslöschen. Die Djihadisten drohen ihnen mit dem Tod, wenn sie nicht zum Islam konvertieren. Bereits in den letzten Tagen wurden Massaker an ezidischen Männern gemeldet, Kinder ermordet, Frauen und Mädchen wurden entführt und wurden von den Terroristen vergewaltigt und versklavt. Ihre Tempel wurden zerstört und ihre religiösen Symbole entweiht. Solche Abscheulichkeiten gelten nach internationalem Recht als Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Diese Verbrechen stellen nur eine weitere Eskalation in einer ganzen Reihe barbarischer Angriffe dar, die von den Terrorbanden der ISIS gegen irakische Bewohner geführt werden. Sie betreffen alle Bürger, einschließlich Araber, Assyrer, Kurden, Kakai-Kurden, Schabak-Kurden, Turkmenen, Muslime, Christen, Eziden, Sunniten und Schiiten.

Angesichts dieser dramatischen Situation eines drohenden Völkermordes sollte die Bundesregierung schnellstens ein massives Hilfsprogramm (Wasser, Nahrung und ärztliche Versorgung sowie Medikamente) für die Flüchtlinge auf den Weg bringen. Diese Forderung entspringt nicht nur humanitärer Verantwortung. Vielmehr ist die Terrorgruppe des „Islamischen Staates“ auch ein Produkt der von der Bundesregierung seit Jahren mitgetragenen Aggressionspolitik gegenüber Syrien einschließlich der Aufrüstung bewaffneter Oppositionsgruppen in der Region.

Unsere Solidarität mit den Flüchtlingen und Widerstandskämpfern in Sengal ist heute dringender denn je. Lasst uns weitere Genozide an der ezidisch-kurdischen Bevölkerung und allen anderen Bevölkerungs- und Glaubensgemeinschaften u.a. durch das Erheben unserer Stimme für Frieden und Freiheit verhindern.